Logo

Inhalt

Ahoi!
HSCF-Kalender
Ausbildungsprogramm Frühjahr 2000
Sensation bei den Prüfungsergebnissen!!!
Flüstertüte
Zweite Jugendvollversammlung

Mitgliederversammlung 2000
Törnbörse
Abrechnung von Fahrtkosten
Wassersportflohmarkt in Sasbach
Törnbericht vom Skippertraining
Vereins-T-Shirts
Wie so was passieren kann
Seglerliteratur einmal anders
Wanderjahre 3.Teil
Bruddel Brummbär
HSCF Webseite
Websegler
Impressum

Segelliteratur einmal anders

Wenn immer ich irgend ein Segelbuch suche, egal in welchem Buchhandel, ich lande immer vor den Segelbücher-Regalen des Delius Klasing Verlages. Fast alle sind bunte, gebundene, teure und meistens von eingestiegenen Aussteiger-Seglern geschrieben. Zum Beispiel: Bobby Schenk, Wilfried Erdman, Burkhard Pieske etc. Sie erzählen von ihren konventionellen Ego-Segler-Reisen und als Leser müssen sie viele lobende Passagen über ihre Lebensgefährten schlucken. Bei Bobby Schenk lassen sie sich mit langweiligen, pseudoliterarischen, flachen Erzählungen und dem sich immer wiederholendem Vergleich "smaragdgrüne Buchten" verdummen. Besonders geprägt ist das so arrogante Auftreten gegen die Einwohner, denen diese "smaragdgrüne Buchten" gehören. Nun möchte ich euch eine andersartige Segelliteratur vorschlagen, die nicht nach DIN geschrieben ist, aber trotzdem lehrhaft und sehr spannend ist.

1) James Hamilton Peterson: "Seestücke" dtb Verlag, Taschenbuch ISBN 3-442-72157-1, DM 17.- Hamilton Peterson bereiste die Weltmeere, er betrat die Küsten auf seiner Suche nach Seefahrtgeschichten, Anekdoten, Dokumenten. Er trug sie zusammen, um uns bewusst zu machen, wie fundamental unsere Weltsicht von den ozeanischen Kräften geprägt ist. Er erzählt uns die Geschichte der Meeresforschung, von Seekatastrophen, von Piraten, merkwürdigen Schiffsunglücken, von sagenhaften Tieren die in den Tiefen der Ozeane hausen. Das alles schreib er in einer Art metaphysischer Meditation. Was bedeuten die immer wiederkehrenden Szenerien überbordgegangener Skipper, die gerissene Vorschot um seinen Fuß gewickelt wie ein Spagetti, die dann in fünftausend Meter Tiefe hängenbleibt, wird er überleben? Oder ist er ein Leitmotiv für uns alle und für unsere hoffnunglose Welt.? Sibylle Cramer beschrieb dieses Werk als das Jahrhundertbuch: "Seit Melville und Conrad hat das Meer keinen berufeneren Fürsprecher gefunden." Oder müssen wir uns mit dem Spruch von Federico Garcia Lorca abfinden und sagen: "Das Meer stirbt auch".

2) Erskine Childers: "Das Rätsel von Memmert Sand" Ullstein Taschenbuch 23586 DM 16.- Eigentlich ist das der erste Agententhriller der Welt. Aber uns interessiert die seglerische Seite des Buches. Im Jahre 1903 schrieb der damalige Ministerpräsident von Irland seinen einzigen Roman. Er war bestimmt ein sehr guter Segler gewesen. Er liefert uns alle seglerische Details über die Deutsche Ost- und Nordsee. Er berichtet, wie die Segler damals in diesen Gewässern ohne Motor und ohne elektronische Navigation gesegelt haben. Das Buch liefert ein Stück echten Seglerlebens am Anfang des 20.Jahrhunderts auf sehr spannende Weise. Bei meiner zweiten Bestellung für einen guten Freund war das Buch vergriffen. Ich hoffe die neue Auflage ist schon erschienen.

3) Sam Llewenlly: "Tödliches Watt" Ullstein Taschenbuch 24607 DM 16.90 Meine Empfehlung ist, zuerst den Erskine Childers zu lesen, um dann die gleiche Geschichte von Sam Llewenlly zu genießen. Llewenlly knüpft nämlich mit seinem neuesten Roman direkt an den berühmten Roman "Das Rätsel von Memmert Sand" an und er wirft ein neues Licht auf die phantasievolle Darstellung von vor 100 Jahren. Nichts im Leben des berühmten Regattaseglers Charles Webb bleibt wie es war, nachdem er den Auftrag akzeptiert hat, ein gesunkene Wrack aus Napoleons Zeiten, beladen mit Gold- und Silberbarren, in der Nordsee zu suchen und zu bergen. Ahnungslos segelt Charlie auf seiner Jacht GLORIA mitten hinein in die friesische Inselwelt. Und gerade in dieser Zeit hat die Marine des deutschen Kaisers Wilhelm offensichtlich eine Invasion in England geplant. Sam Llewenlly, ein englischer Segler, in Regattaszenen aufgewachsen, schreibt nun sehr spannende Seglerromane. Wie die London-Times schreibt: "Llewenllys Stärke ist Hochseesegeln, ein Sport in dem er offenbar ebenso Experte ist wie Dick Francis beim Pferderennen" Fortsetzung mit weiteren interessanten Büchern in dem nächsten Wellenbrecher.

Smoothly sailing wünscht euch Der Cetin

Die Redaktion weist an dieser Stelle nochmals darauf hin, dass die mit Namen gekennzeichneten Artikel ausschließlich die Meinung des Autors darstellen, und dass die Redaktion für Form und Inhalt nicht verantwortlich ist.

 


InhaltsverzeichnisWellenbrecher Nr. 38

HSCF-HomepageHSCF-Homepage

Website erstellt/bearbeitet von Michael Grafschmidt -

© HSCF 2000