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Ostsee II
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Premiere Kindersegeln
Geschäftigkeit, Gewusel, Getobe, Boote, Wasser, kleine Kinder, große Kinder, Sonne, Wald, Zelte, Grillfeuer!
Im Verein werden immer mehr Stimmen
laut von Mitgliedern mit Kindern, die Interesse an Familienaktivitäten bekunden.
Bei einer Umfrage im letzten Wellenbrecher und Gesprächen bei
Stammtischen meldeten sich bereits 24
Familien. Also wurde der Versuchsballon
gestartet: alle Interessierten sollten sich
zu einer Kindersegelfreizeit zusammenfinden.
Nach ein paar Rundbriefen an die Zielgruppe, Gesprächen im Vorstand und
verschiedenen Anfragen bei anderen
Segelclubs war es am 15. und 16. August soweit. Auf unsere eigenen Kinder
hatten wir´s abgesehen. Für ein Wochenende hat der Verein seine Aktivitäten an den Rhein bei Sasbach verlegt.
Der Segel- und Ruderverein "Limburg"
Sasbach e.V. hatte uns sein ideales
Clubgelände, versteckt im Wald und
doch direkt am Rhein mit Clubhaus, Slip-
und Steganlage, Motorboot, 3 Optimisten, Spielplatz und Feuerstelle und
seinem ganzen Equipment für 2 Tage
überlassen. Mehr als zehn Familien waren angereist mit ca. 18 Kindern.
Die Kerngruppe der 5 - 12jährigen Mädchen und Jungen wurde mit clubeigenen
Kinderschwimmwesten ausgestattet und
sofort aufs Wasser geschickt, und die
ließen sich das nicht zweimal sagen. Zu
zweit in einem Optimisten, Rudi
Fambach hatte auch einen zur Verfügung gestellt, paddelten und steuerten
sie - erst einmal ohne Rigg - hinaus.
Dirk Ebling, Organisator und nun auch
Segellehrer und Betreuer, lenkte die
Schar vom Motorboot aus über den gestauten Flußabschnitt - hin und her zwischen Anlegesteg und Boje. Als das
Gefühl für die Eigenschaften der Boote
vermittelt war, ging’s jetzt das erste Mal
mit dem Gaffelrigg auf die "hohe See".
Der Wind, gemäßigt und stetig war genau das Richtige für die wagemutigen
Debütanten. Einige machten auch gleich
ihre Erfahrungen mit bösartig
ausschlagenden Großbäumen und
staksigen Pinnenauslegern, ließen sich
aber kaum entmutigen und siehe da, es
funktionierte. Nach 2 Stunden üben waren die meisten schon in der Lage, ihre
Boote völlig selbständig im Wind auf
gewünschten Kurs zu bringen. Von den
Eltern am Flußufer beim Aufriggen, Ab-
und Anlegen, Crewwechsel usw. unterstützt, war eine perfekte Rundumbetreuung hergestellt.
Parallel dazu wurde geschäftig gegrillt.
Die ganz Kleinen, der jüngste war zweieinhalb Jahre alt, und auch die Landgänger tobten sich derweil auf dem
Spielplatz und beim Holzhacken aus
oder liefen aus zu einer kleinen Segelpartie mit den Erwachsenen auf unseren
eigens dafür vom Schluchsee abgezogen Club-Ponants. Einziger Wermutstropfen: eine Wespenplage, die
auch ihre Opfer fand.
Am nächsten Morgen, nur wenige hatten
auf dem Gelände übernachtet, füllte sich
der Platz mit der selben Betriebsamkeit.
Bei weiterhin sonnigem Wetter wurde der
Wind jedoch immer schwächer. Dafür
kam das Motorboot für kleinere
Ausflugsfahrten zum Einsatz, voll
bepackt mit johlenden Kindern in weithin
leuchtenden Schwimmwesten. Auch der
ein oder andere erfahrene Segler fand
seinen Spaß daran.
Aufbau, wie Abbau verliefen dank der
vielen Helfer, denen an dieser Stelle für
ihren tatkräftigen Einsatz gedankt sei,
und der guten Planung von Dirk schnell
und reibungslos. Noch am selben Abend
wurden am etwa 60 km entfernten
Schluchsee die Ponants wieder aufgeriggt und die Trailer zurückgebracht.
Insgesamt war die Freizeit eine gelungene Aktion und alle Kinder waren sich
einig, im nächsten Jahr muß es sowas
wieder geben. Sogar Rolf Weber, Vorstand vom Sasbacher Segelclub, überlegt, eine solche Aktion mit seinen Vereinsmitgliedern durchzuführen. Ihm gilt
ein besonderer Dank für die Unterstützung unserer Kindersegelfreizeit nicht
nur durch Vertretung im Verein und
Überlassung des Geländes, sondern
auch für sein Interesse und die schnelle
Vororthilfe bei kleinen und großen Problemen.
Es wäre schön, wenn sich hier künftig
vielleicht eine Zusammenarbeit in diesem
oder auch in anderen Bereichen des
Segelns zwischen den Vereinen
entwickeln könnte.
Michael Scheuermann / Dirk Ebling
Zeichnung: Tim Scheuermann, 8 Jahre
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